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Kunstwerke auf der Margarethenhöhe, die erwanderbar sind

 

Wir alle lieben unsere Margarethenhöhe und freuen uns, hier wohnen zu können. Dabei ist vieles für uns so selbst­verständlich und alltäglich geworden, dass wir es nicht mehr bemerken. Deshalb wollen wir heute einmal mit offenen Augen einen Spaziergang über die Margarethenhöhe machen, der einem besonderen Thema gewidmet ist:

Wir wollen die Ecken, Winkel, Nischen und Plätze besuchen, wo uns Künstler der Marga­rethen­höhe ihre kleinen oder großen Werke hinterlassen haben.

Treffen wir uns zu unserem fiktiven Rundgang am Brückenkopf. Dort ist im Mittelpfeiler der Trep­penanlage eine Plakette von Joseph Enseling mit dem Kopf der Margarethe Krupp und der Inschrift  "Frau F.A.Krupp - Die Stif­terin der Margarethen­höhe" angebracht. In dem 2007 wieder aufgebauten Haus am Brückenkopf 8 ist das Heimat­geschichtliche Zentrum der Bürgerschaft untergebracht. Darin ist ein größerer Bereich der „Künstlerkolonie Marga­rethenhöhe“ gewidmet, in dem Interessantes über Künstler und Kunstschaffen im Bereich Margarethenhöhe zu erfahren ist. Dort finden wir auch die Steinskulptur "Spielender Bär" von Joseph Enseling wieder. Sie hatte bis zum Umbau des Gasthauses „M“ vor 6 Jahren den unteren Abschluss des Trep­pen­geländers gebildet.

Gehen wir weiter in Richtung Kleiner Markt, dann dominiert dort der Schatz­grä­ber­brunnen, der 1912 durch Joseph Enseling geschaffen und von der Stadt Essen zu Ehren der Stifterin der Margarethenhöhe errichtet wurde. Die über dem Wassertrog umlaufende Inschrift „Grabt Schätze nicht mit Spaten, sucht sie in edlen Taten.“ erinnert an die „edle“ Tat der Stifterin und weist auf die Sage von der Sommerburg und den versunkenen Schatz im Teich hin.

Im Gasthaus „M“ finden wir im 1. Obergeschoß im Kruppzimmer über dem Kamin das über­lebens­große Bildnis der Mar­garethe Krupp, gemalt von Otto Propheter. Das Kruppzimmer selbst ist ebenfalls ein Kunstwerk, wurde es doch 1914 auf der Werk­bund­­ausstellung in Köln als „hervorragendes Erzeugnis des heutigen Kunstge­wer­bes“ ausgezeichnet.

Nur wenig weiter, im evangelischen Kinder­garten, ist ein Buntglasfenster "Versammlung der Tiere" nach einem Entwurf von Philipp Schardt zu bewun­dern. Setzen wir unseren Weg zum Robert-Schmohl-Platz fort, dann finden wir dort auf den Torbö­gen, die den Platz abschlie­ßen, zwei Katzenpaare des Bildhauers Will Lammert, die ihren Blick sowohl auf den Platz als auch – gleichsam Wache haltend - nach außen richten.

Weiter auf dem Weg kommen wir an der katholi­schen Kirche vorbei zum Gin­ster­weg, wo auf der Wiese gegenüber dem neuen Eingangsanbau des Gemeindezentrums die von Richard Malin geschaf­fene Plastik "Hähnchen und Hühnchen" steht.

In der katholischen Kirche kann jährlich zur Weihnachtszeit die Krippe mit den sehenswerten Figuren, die von Elisabeth Malin (Ehefrau von Richard Malin) geschnitzt und gestaltet wur­den, besichtigt werden.

Weiter dann auf den Hauxplatz, wo 1934, drei Jahre nach dem Tod von Margarethe Krupp, zu ihrem Gedächtnis die von Joseph Enseling geschaffene Bronzefigur "Die Säerin" aufge­stellt wurde.

Ein Blick auf das Schulgebäude erinnert daran, dass dort auf den Fluren zwei große Wandmosaikbilder von Gustav Dahler zu sehen sind. Wir gehen jedoch weiter, überqueren die Sommerburgstr. und gelangen in den Lehnsgrund. Hier finden wir an den Haus­wänden und über den Hauseingängen eine Vielzahl von Arbeiten des Künstlers Richard Malin, der von 1928 bis 1971 bei uns gelebt hat: Am Haus Nr. 20 "Die Katze", am Haus Nr. 19 "Rot­käppchen", am Haus Nr. 15-17 "Junge Familie" und "Der Reiter", am Haus an der Ecke zur Steilen Str.: "Schweigende Frau" und "Mann mit Pfeife", über dem Kindergarteneingang das Graffito "Der Eselsritt" und am Ende des Lehnsgrundes (Haus Zur Eibe Nr. 10) eine weitere schöne große Wandkeramik. Weiter, am Ende der Paul-Brandi-Straße befindet sich die Figur "Bronzeknabe" von Lisa Merkel. Diese Plastik wurde von Paul Brandi, nach dem die Straße benannt ist, gestiftet. Die Künstlerin Lisa Merkel ist seine Tochter.

Im Lehnsgrund und in der Wortbergrode, oberhalb der Lührmannstraße finden wir an Türen und an Hauswänden Bildkeramiken und Steinmetzarbeiten verschiedener Künstler, die leider nicht in allen Fällen namentlich bestimmten Künstlern zuzuordnen sind. Wir wollen uns deshalb auf das Anschauen und die Freude daran beschränken:

Im Lehnsgrund an den Häusern Nr. 75 und Nr. 77 je sechs farbige Keramiktafeln mit Darstellung spielender Kinder rund um den Hauseingang, an der Hauszeile Nr. 70/72 drei Steinplaketten "Handwerker", "Soldat", "Bauer", an der Hauszeile Nr. 67/69 vier Stein­plaketten über der unteren Fensterreihe "Pfau", "Kind, reitend auf Widder", "Kind, reitend auf Schwein" und "Hähnchen und Hühnchen". In der Wortbergrode am Haus Nr. 19 zwei jeweils 3-teilige Bildkeramiken mit ansprechenden Kinderdarstellungen.

Im Bereich der erst nach 1964 bebauten oberen Margarethenhöhe finden wir an der Ecke Helgolandring/Wangeroogeweg, die Skulptur "Die Knöchelspielerin". Diese Figur ist ein Geschenk des Ruhrlandmuseums an die Bewohner dieses Stadtteiles, der an Kunstwerken ärmer ist als die übrigen Bereiche. Deshalb besuchen wir hier noch das originelle Wasser­spiel vor dem Seniorenzentrum. Das im Sommer über die senkrecht gestellten Steinsäulen plätschernde Wasser hat etwas Erfrischendes und gleichzeitig Beruhigendes. Setzen wir uns einmal für kurze Zeit auf eine der Bänke vor dem Eingang und schauen in den aufsteigenden Wasserstrahl, der sich in seinem Höhepunkt bricht und im Herunterfallen erfrischend die Steine benetzt!

Wieder im Bereich der „alten“ Margarethenhöhe finden wir am Ende der Metzendorfstraße, Haus Nr. 107, ein überlebensgroßes Graffito von Schardt "Industrie, Landwirtschaft, Che­mie", das aus der Entste­hungszeit dieses Hauses stammt und wohl auf die industrie­geschichtliche Entwicklung dieser Region hinweisen soll. Am Haus daneben (Nr. 109) sind noch 4 Handwerkssymbole "Schmied, Schlosser, Maurer und Maler" vorhanden. Wahr­scheinlich waren es einmal mehr. Diese scheinen aber einer Erneuerung des Außenputzes zum Opfer gefallen zu sein. An der Häuserreihe Metzendorfstraße 75 -79 finden wir oberhalb der Eingangstüren die Tierplastiken "Wolf“, „Bär“ und „Steinbock" von Richard Malin Diese sind trotz strenger Linien- (oder Meißel-)führung lieblicher anzuschauen als die eben beschriebenen Kunst­werke an den Häusern Nr. 107/109.

Beim Weitergehen gelangen wir an der Ecke Laubenweg an die von Georg Schaab gestaltete Stele, die 2006 von der „Bürgerschaft“ gestiftet wurde und an Georg Metzendorf, den Erbauer der Margarethenhöhe erinnert. Unseren Kunstspaziergang beenden wir an den Waldeingängen an der Waldlehne. Dort finden wir am Giebel­platz auf zwei Bruchsteinsäulen die Steinplastiken "Fasanen" und zwischen den Häusern Nr. 57 und Nr. 59 die Steinplastiken "Kinder mit Hasen" von Otto Lang.

 

Vieles, was eigentlich auch Kunstwerk ist, muss hier leider unerwähnt bleiben, Architektur, Gestaltung von Giebeln, von Dachgauben, von Türen und dergleichen.

Aber auch das, was heute noch durch viele der Bewohner, also durch uns selbst geschaffen wird, soll hier unter „Kunstwerk“ erwähnt werden: Die liebevolle Pflege unserer Vorgärten, der Blumenschmuck an Fenstern und Balkonen, weihnachtliche Dekorationen und vieles mehr. Warum sollen wir nicht auch darauf stolz sein?!

 

 


Herausgeber:    Die Bürgerschaft Essen-Margarethenhöhe e.V.

Ausgabe:         Nr.: 107. Juni 2008

 
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